Neulich an der Tankstelle…




Die momentanen Spritpreise sind für jeden Autofahrer ein echtes Ärgernis. Nach tagelangen 1,74 Euro pro Liter Preisen, fand ich endlich eine Tankstelle, bei der meine Brieftasche nicht sofort angefangen hat mit weinen.

Bing! Genau 49,98 Mäuse. Knorke!

Beim Bezahlen folgendes Gespräch.

“Zapfe 6.”

“49,98 Euro wären es dann, Bitte!”

Während ich das Geld zusammensuche, teilte ich ihr mit, dass mehr als ein Fuffi eh’ nicht drin gewesen wäre.

Sie sagt: ”Dann haben sie mit viel Feingefühl getankt, typisch Frau.”, und lächelte mich an.

Eine Glaswand trennte uns während des Gespräches. Das Geld legte ich in ein beidseitig verbundenes Schiebefach.

Sie legt mir die Quittung und die restlichen zwei Cent hinein und sagt: “Und gut einteilen!”

Meine Antwort darauf: “Wo denken Sie hin? Ich lege das Geld auf 10 Jahre an und investiere es dann in ein Düngestäbchen!” Wir lachen beide daraufhin.

Und schon war der Tag gerettet.

Tankstellenmitarbeiter können im Grunde nichts für die Preise. Sie sind nur diejenigen, die sich den Unmut der Autofahrer anhören dürfen.
Da man als letztes Glied in der Kette aber nichts an der Situation ändern kann, außer seine Lebensgewohnheiten umzugestalten, und weniger Auto zu fahren, ist Alltagshumor sehr hilfreich, um trotzdem noch ein paar Glücksgefühle aus dem Wahnsinn unserer Zeit zu pressen.

Fazit: Entweder verabschieden Sie sich von ihrer Bequemlichkeit (ich gehöre dazu) oder Sie nehmen Gelegenheiten wahr, um es mit einem lachenden Auge zu betrachten.

Sie schaffen das- ganz sicher!

Herzlichst, Ihre Pia Kalm

Gartenimbiss





Die Blumenzwiebeln müssen zum Abtrocknen raus. Neue werden ergänzt. Plötzlich bebt ein Erdhäufchen. Bbbp. Bbbp. Ein Stück Fleisch wird sichtbar.

“Iiiih!!! Wer hat denn hier ein Hühnerbein vergraben? Iiiih!!! Irgendwie lebt das noch!!!”

Mit Stöckchen angestupst.

Zum Vorschein kommt ein Frosch. „Quak. Quak.“ 

Der Frosch schien verwirrt. Seine Tarnung war aufgeflogen. Die Atmung ging sichtbar hektisch. Mit großen Froschaugen versuchte er sich wieder einzugraben. Kann er ja gern, nur nicht gerade hier. Das Blumenzwiebelprojekt mit Unkraut- und Steinauslese war noch nicht beendet. 

Der Versuch, ihn samt Erdhäufchen auf der Schippe wegzutragen, scheiterte. Standortverlagerung war mit Plan B effektiv, da kann „Quaki“ wenigstens nicht davon springen. 

Dicke Gartenhandschuhe angezogen, Frosch anvisiert und geschnappt- vorsichtig versteht sich. Dem Frosch passte das überhaupt nicht! 

Das anschließende Anpissmanöver brachte ihm nichts, da er in einem Sicherheitsabstand vom Träger weg gehalten wurde. 

Man weiß ja nie, was so ein Frosch plant! 

Vorsichtig in ein schönes Stück bereits gemähte Weise gesetzt.
Adieu, Quakfrosch! Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.

Sollte Ihnen ein Gartenbewohner in die Quere kommen, freuen sie sich drüber, denn nur in einem naturbelassenen Fleckchen Erde findet man eine Vielfalt von Flora und Fauna. Künstlich ist ja auch irgendwie unnatürlich. 

Herzlichst, Ihre Pia Kalm

P.S.: Die Geschichte wäre anders verlaufen, wenn ich ein Franzose gewesen wäre.

Profiltiefe- Die Sache mit der inneren Ruhe



Kennen Sie den Film “Ab durch die Hecke”?
Da spielt ein ganz hektisches Eichhörnchen mit, w
as gerne Kekse mampft. 
Das Eichhorn und ich haben Gemeinsamkeiten. 
Wir sind beide Keksliebhaber und ruhelos. 
Das eigentlich Schlimme an Ruhelosigkeit ist, dass man sich selbst nicht nur getrieben fühlt, sondern auch seinen Mitmenschen mit der ausgeprägten hyperaktiven Ader auf den Zwirn geht. Da kann man noch so liebenswert und klug sein. Menschen, die Nerven, werden gemieden.

Um das zu vermeiden, habe ich einen neuen Plan.

Jetzt kommt’ s!

Das Geheimnis liegt in der Verausgabung. 
Wer noch zu viel Energie hat, kann auch noch genug rumalbern. Um das zu unterbinden, gehe ich jetzt regelmäßig schwimmen und schreibe die doppelte Anzahl von Texten wie vor meinem Plan. Ich bin so erschöpft, dass die Ausstrahlung meiner Hauspantoffeln größer ist, als die meine. Das merkt auch mein Umfeld. Ich werde maulfaul.
 
“Du bist heut so still, erzähl mal was!”

Ich darauf: ”Was willst’ e denn wissen?”

Es beginnt ein „Frage- Antwort- Spiel“. 
Wer früher mit Lachen überschüttet wurde, muss es sich nun wirklich mit großer Mühe und originellen Witzen verdienen. Ich bin zu müde, um zu lachen, zu artikulieren, zu reden. In der Schule zählte die Anwesenheit. Warum funktioniert das hier nicht?

Später im Gespräch wurde mir folgendes an den Kopf geworfen: 
“Dir muss man alles aus der Nase ziehen! Mit dir macht es gar keinen Spaß mehr! Du bist anders geworden!”, dabei wird man mit diesem verschmähenden Blick angeschaut und die Arme sind verschränkt. Prima.

Sie sehen also, egal wie man es macht, man macht es falsch. Die Mitte zu finden ist gar nicht so einfach.

Da ich nach wie vor unter Spannung stehe, sollte ich es vielleicht mal mit einem Elektriker an meiner Seite probieren- der kennt sich ja mit Strom aus.

Aber bis es soweit ist, erst mal Kekse kaufen gehen.

Herzlichst, Ihre Pia Kalm

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